GERAPPTER MYTHOS

21. September 2016 um 13:50 Uhr

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Das ist der Halbgott Tantalos. Die Götter mochten ihn, weil er so klug war und luden ihn zu sich ein. Er feierte mit ihnen, wurde jedoch schnell übermütig, prahlte und klaute ihnen Nektar und Ambrosia, welches ihnen Unsterblichkeit verlieh. Bei einer Gegeneinladung setzte Tantalos den Göttern seinen eigenen Sohn Pelops als Mahl vor, um ihre Allwissenheit auf die Probe zu stellen. Die Götter bemerkten den Betrug jedoch, verstießen den Frevler und verfluchten ihn und seine Familie. Jeder seiner Nachfahren solle künftig ein Familienmitglied töten und weitere Schuld auf sich laden.
Aus der ganzen verfluchten Geschichte haben die drei Unterhaltungskünstler Kemo, Jackson Mehrzweck und Jaques Tabaqu, alias Dlé, ein betörend schönes HipHop-Werk geschaffen.
Ab 14. Oktober gibt’s das Gemetzel DER FLUCH DER TANTALIDEN im Kaufmannsladen und zum Download bei KREISMUSIK und schon jetzt dieses wundervolles Video.

Weiterführende Informationen:
Die Tantalos-Sage bei Wikipedia
Dlé bei Facebook

Kategorie Geschichte Musik

FLUGBLÄTTER

21. August 2016 um 23:51 Uhr

Flugblätter 4
Das ist ein Flugblatt. Die Geschichte dazu geht so:
1968. Die Welt war aus den Fugen. Die Söhne rebellierten gegen ihre Väter. Auch in dem Teil der Welt, wo es einmal die Vision vom schönen weiten blauen Himmel mit der aufgehenden Sonne gegeben hatte. Hier war der Blick der Väter starr geworden. Sie hatten ihre Träume mit der Zeit gegen Parteiprogramme eingetauscht. Sie hatten aufgehört, ihrem eigenen Volk zu trauen und die Türen und Fenster vernagelt. Die Luft war mit der Zeit immer dicker und muffiger geworden.
Im Land nebenan passierte etwas. Dort machten sie plötzlich die Fenster auf und ließen frische Luft herein. Doch die Männer, die ihre Träume vergessen hatten, wollten das nicht dulden und schickten Panzer in das Land. Die Fenster wurden wieder verriegelt. Aus der Traum. Vorbei.
Mein ältester Bruder fand das schlimm, traf sich mit seinen Freunden und schrieb Flugblätter: »Hände weg vom Roten Prag.« Sie hatten nichts gegen den Sozialismus. Sie wollten ihn, aber nicht so.
Nachts verteilten sie die Flugblätter in Berlin und verabredeten, sich gegenseitig nicht zu verraten, wenn einer von ihnen verhaftet würde.

Weiterführende Informationen:
AB JETZT IST RUHE
DIE BRÜDER BRASCH am 9. Oktober im Deutschen Theater

ALTE NEUE WELT

10. April 2016 um 13:29 Uhr

New York
Das ist ein Foto der New Yorker Skyline um 1930. Der russische Künstler Aleksey Zakharov hat solch alte Fotografien von New York, Boston, Detroit und Washington D.C. gesammelt, sie am Rechner dreidimensional gemacht und schließlich animiert.
Er nannte das: „Eine Reise zurück mit kleiner Steampunk-Zeitmaschine.“

Seite des Projekts
Noch mehr dazu

5000 JAHRE IN ZEHN MINUTEN

22. Juli 2015 um 11:44 Uhr

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Das ist die Erde. Wie sie sich geopolitisch so gestaltet hat, haben wir ja im großen und ganzen mal in Geschichte und Erdkunde gelernt. Und weil man das schnell wieder vergisst, gibt es schöne Animationen wie diese hier.

MEIN BERLIN, DEIN BERLIN

6. Dezember 2014 um 10:42 Uhr

MarionBraschBSRudiArndt
Das bin ich. Ich trage einen Arbeitskittel, denn ich bin Lehrling und stehe im Hinterhof meiner Berufsschule, an der ich vor vielen Jahren Schriftsetzer gelernt habe. Das Foto habe ich für eine Fernsehdokumentation wieder rausgekramt, in der sechs Leute (drei aus Ost- und drei aus Westberlin) einander jeweils einen für sie wichtigen Ort zeigen.

Die Paarungen:
Christian „Flake“ Lorenz und Hagen Liebing

Meret Becker und Andrej Hermlin

Barnaby Metschurat und icke

Der komplette Film von Tim Evers und Jens Staeder läuft am Dienstag, 9. Dezember 2014, 21 Uhr im RBB-Fernsehen.

DIE ZEHN GEBOTE NACH CHURCHILL

10. Juli 2014 um 13:50 Uhr


Das ist Winston Churchill. Abgesehen davon, dass der britische Premierminister ein umstrittener Politiker war, war er auch ein vielseitiger Maler und Literat. Und er hatte ein paar kluge Sprüche auf Lager. Der Animationskünstler Simon Appel hat sie illustriert …

Weiterführende Lektüre:
Übersetzung der Zitate

RETURN TO SENDER

11. Mai 2014 um 15:48 Uhr


Das ist das BABYLON in Berlin. Dort haben wir drei Tage lang das DT64-Festival gefeiert. Es begann mit der fixen Idee, dass man etwas zum 50. Jubiläum des ostdeutschen Jugendsenders machen müsste und endete als ein großes, buntes, warmes Ding, über das wir sehr glücklich sind. Wir – das sind eine Handvoll Leute, die in den letzten Wochen und Monaten oft gezweifelt haben, ob das gutgehen würde. Es ist gut gegangen. Wir danken allen, die dazu beigetragen haben und verneigen uns vor einem wundervollen Publikum. Ihr wart toll …

Weiterführende Informationen:
Website des Festivals
Berliner Zeitung
taz
Stadtmagazin tip
Reflektor FM
Morgenpost

BIZARRE ZEITREISE

26. April 2014 um 22:52 Uhr


Das ist das Liniennetz der (Ost-)Berliner Verkehrsbetriebe 1982.
In dem Video unten kann man mit der darauf verzeichneten Linie 58 eine Reise durch Ostberlin im Jahr 1990 machen. Von Hohenschönhausen, durch die endlos-trostlose Siegfriedstraße, die Klement-Gottwald-Allee, die Greifswalder, Wilhelm-Pieck-Straße, durch die Alte und Neue Schönhauser, die Rosenthaler, bis zum Hackeschen Markt.
Der Elektromusiker EFDEMIN hat den 8mm-Film von Stefan Münster, alias Steffy van Valanger geschnitten und mit seinem Sound des 21. Jahrhunderts versehen. Da wird eine einfache Straßenbahnfahrt durch das graue Übergangsland zu einem bizarren Anachronismus.

Einen Teil des Originalvideos mit Originalsound gibt’s hier.
via Kraftfuttermischwerk

Kategorie Geschichte

ZWEI MÄNNER

12. Dezember 2013 um 22:24 Uhr


Ein dünner Mann saß auf einer Parkbank, aß eine Stulle und sah den Leuten beim Spazierengehen zu. Ein zweiter, sehr dicker Mann ging vorbei, und als er den dünnen Mann auf der Bank sitzen sah, blieb er stehen. Der Mann hat es gut, dachte er. Er sitzt da auf der Bank, isst eine Stulle und schaut den Leuten beim Spazierengehen zu. Vielleicht sollte ich das auch mal probieren.

Er ging auf den dünnen Mann zu und fragte ihn, ob es ihm etwas ausmache, wenn er sich neben ihn setze. Der dünne Mann hatte nichts dagegen und machte ein wenig Platz, weil der dicke Mann wirklich sehr dick war. Nun hatte aber der dicke Mann keine Stulle, was ihn auf die Dauer sehr unzufrieden machte. Wie soll ich Spaß daran haben, den Leuten beim Spazierengehen zuzuschauen, wenn ich keine Stulle dabei essen kann wie der Mann neben mir, dachte er und seufzte sehr tief. Der dünne Mann hielt mit dem Kauen seiner Stulle inne und betrachtete seinen Nachbarn, der ziemlich griesgrämig aussah. Vielleicht ist er traurig, dachte der dünne Mann. Vielleicht hat seine Frau ihn verlassen oder jemand ist gestorben. Aber so ist das Leben. Er schob den letzten Bissen seiner Stulle in den Mund und schenkte seine Aufmerksamkeit einer Frau in hohen Schuhen, die einen hässlichen kleinen Hund hinter sich her zog. „Wie kann eine so schöne Frau einen so hässlichen kleinen Hund haben“, sagte er. Normalerweise hätte er diesen Gedanken nicht ausgesprochen, doch er meinte, den dicken Mann ein wenig aufheitern zu müssen. Doch der schaute nach wie vor sehr verdrossen in die Landschaft. Dann eben nicht, dachte der dünne Mann. Dann kaufe ich mir jetzt eine schöne Krawatte. Er stand auf und ging federnden Schrittes den Parkweg hinunter. „Der hat’s gut“, murmelte der dicke Mann und schaute dem dünnen Mann nach, bis er ihn nicht mehr sehen konnte.

Und so konnte er auch nicht mehr sehen, wie der dünne Mann die Straße überquerte, den Krawattenladen betrat, und sich eine schöne Krawatte aussuchte. Wie er dann nach Hause ging, den Briefkasten öffnete, einen Brief herausnahm und ihn in seine Wohnung trug. Wie er den Brief las, regungslos an seinem Küchentisch verharrte und einen Entschluss fasste. Und wie er schließlich die schöne Krawatte an einem Haken in der Decke befestigte, um sich daran zu erhängen.
Von alldem wusste der dicke Mann nichts. Zum Glück.

Kategorie Geschichte Meins

EXODUS IM DIGITAL

27. März 2013 um 18:10 Uhr


Das ist eine Skype-Nachricht von Gott. Darin lässt er Moses wissen, dass es doch mal Zeit sei, sein Volk aus der Sklaverei des Pharao zu befreien.
Der Rest ist Geschichte, steht im 2. Buch Mose und wird in einem lustigen Video so nacherzählt, als hätten die Jungs damals schon so kommunizieren können wie wir heute. Die Plagen, mit denen der Chef der Ägypter für seinen Starrsinn bestraft werden sollte, wären nur ein paar Mausklicks entfernt gewesen, Frösche und Ungeziefer hätte man leicht beim Online-Händler ordern können und wo das Meer am besten zu teilen wäre, hätte man prima über Google-Streetview gesehen. Kurz: Der Auszug der Israeliten aus Ägypten wäre ein digitales Kinderspiel gewesen – so ähnlich wie das hier.
In diesem Sinne: Chag Sameach oder Happy Passover!
(via: Andreas Friedländer und Thomas Sandberg)