DIE VIERTE WAND

10. Mai 2015 um 13:08 Uhr

hoc
Das ist Francis J. Underwood (Kevin Spacey) aus der Serie HOUSE OF CARDS. Er schaut uns an. Das tut er hin und wieder und macht uns damit zu Eingeweihten, mitunter sogar zu Verbündeten seiner meist nicht gerade sehr ritterlichen Gedanken und Unternehmungen. Das macht Spaß. Wie eigentlich immer, wenn die Vierte Wand durchbrochen wird und Schauspieler sich direkt ans Publikum wenden. Hier viele andere schöne Beispiele dafür.

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„WE HAVE REACHED TOTALITY“

23. März 2015 um 11:35 Uhr


Das ist die Sonnenfinsternis von letzter Woche. Fotografiert in Nordengland, wo die BBC ihre Leute hingeschickt hat, um das Ereignis zu kommentieren. Und sie tun es, bis ihnen fast die Spucke wegbleibt vor Ergriffenheit. Ist ja auch schön …

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SO VIEL UNIVERSUM, SO WENIG ZEIT

12. März 2015 um 18:20 Uhr

Pratchett
Das ist Terry Pratchett. Heute ist der britische Fantasy-Schriftsteller und Erfinder der ebenso bizarren wie komischen Scheibenwelt, die auf den Rücken von vier Elefanten ruht, die wiederum auf dem Rücken einer durchs Weltall schwimmenden Schildkröte stehen, im Alter von 66 Jahren gestorben. Er hatte Alzheimer, hat seine Krankheit kurz nach der Diagnose öffentlich gemacht und sich für Sterbehilfe eingesetzt.
Vor einigen Jahren erzählte er in einem ebenso interessanten wie berührenden Film von seinem Leben mit der Krankheit. Hier ist der erste Teil der Doku.

The Guardian zum Tod von Terry Pratchett

Kategorie Allgemein Literatur

ÜBERNACHTEN

21. Februar 2015 um 17:00 Uhr

Harald
Das ist Harald. Er ist 54 Jahre alt und lebt seit fast achtzehn Jahren auf der Straße. „Übernachten“ ist der erste Teil der Serie „Mahlzeit gegen Geschichte“ von probono TV, für die Obdachlose eingeladen werden, von ihrem Leben zu erzählen.

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WIE VIELE SIND WIR EIGENTLICH NOCH

20. Januar 2015 um 00:24 Uhr

Wie viele sind wir eigentlich noch.
Der dort an der Kreuzung stand,
war das nicht von uns einer.
Jetzt trägt er eine Brille ohne Rand.
Wir hätten ihn fast nicht erkannt.

Wie viele sind wir eigentlich noch.
War das nicht der mit der Jimi-Hendrix-Platte.
Jetzt soll er Ingenieur sein.
Jetzt trägt er einen Anzug und Krawatte.
Wir sind die Aufgeregten. er ist der Satte.

Wer sind wir eigentlich noch.
Wollen wir gehen. Was wollen wir finden.
Welchen Namen hat dieses Loch,
in dem wir, einer nach dem andern, verschwinden.

Gedicht von Thomas Brasch (1945-2001)
Erstmalig erschienen 1975, Poesiealbum 89 (Verlag Neues Leben)

Musik: Soul Coughing (Screenwriter’s Blues), Bill Frisell (Untitled)

ZEIG MIR DEIN BADEZIMMER …

3. Januar 2015 um 19:02 Uhr

WadebanneDas ist ein Mensch in der Badewanne. Eine Wanne, wie sie vermutlich in vielen Badezimmern steht. 26 davon hat der britische Regisseur Peter Greenaway 1985 in einem halbstündigen Kurzfilm porträtiert. Er sollte am Anfang der Serie „Inside Rooms“ stehen, in der noch Filme über die Wohn-, Schlaf- und anderen Zimmer der Engländer folgen sollten. Leider kam es nicht dazu. Um so kostbarer ist dieser kleine Film, in dem Greenaway mit Ironie und Empathie die Badezimmer und ihre Besitzer „erzählt“.
Wie so oft bei ihm, ist auch dieser Film alphabetisch strukturiert (L = Lost Soap, W = Washing the Dog), und die Musik stammt (auch wie so oft) von Michael Nyman.

Weiterführende Lektüre:
Greenaways Website zum Film

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DIE WAHRHEIT – SILVESTERTALKRADIO

30. Dezember 2014 um 12:44 Uhr


Das ist ein Radio. Und es soll Leute geben, die Silvester so ein Ding anmachen. In diesem Fall würde ich mal ganz eingennützig radioeins empfehlen, denn da gibt’s von 19 bis 23 Uhr wieder den Wahrheitstalk.
Das Prinzip: Hörer rufen an, sagen eine Zahl zwischen 1 und 70 und bekommen eine Frage, die sie so ehrlich wie möglich beantworten sollen. Zum Beispiel:

Wann warst Du das letzte Mal schadenfroh?
Glaubst du an die „Macht des Schicksals“ oder ist alles Zufall?
Wann hast du dich zuletzt dabei ertappt, intolerant zu sein?
Kannst du dich an eine Begebenheit erinnern, in der du besonders nachtragend warst?
Welche Menschen, Orte, Gegenstände würdest du Außerirdischen zeigen, die das erste Mal die Erde besuchen?
Wann bist du das letzte Mal über deinen Schatten gesprungen?
Wie stellst du dir dein Leben in zehn Jahren vor?
Welche Hoffnung hast du noch nicht aufgegeben?
Wenn Du morgen früh mit einer neuen Begabung oder einem Talent aufwachen könntest, welche Begabung oder welches Talent wäre das?

Aus Fragen werden Antworten, aus Antworten werden Geschichten. Vielleicht. Hoffentlich. Mal sehen bzw. hören. Wie gesagt: 31.12.2014, ab 19 Uhr, radioeins. Telefon: 0331-7099111

Kategorie Allgemein Meins Radio

BLAUHARZ oder DER TISCH DES VERGESSENS

11. Dezember 2014 um 10:13 Uhr

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Das ist Blauharz. Ich hatte bisher angenommen, diese merkwürdige Substanz sei lediglich ein Produkt meiner Phantasie, doch es existiert wirklich und kann sogar zu wundersam leuchtenden Möbeln verarbeitet werden.

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In Wirklichkeit handelt es sich jedoch nicht um Blauharz, sondern um ein Kunstharz, dem phosphoreszierendes Pulver zugefügt wurde. Schön.


(via Das Kraftfuttermischwerk)

Kategorie Allgemein Meins

DER ANRUF

14. November 2014 um 08:56 Uhr

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Das ist Heather. Sie arbeitet bei einer Hilfshotline und wird eines Morgens von einem Mann namens Stanley angerufen. Er scheint sehr verzweifelt zu sein, und im Laufe des Gesprächs erfahren wir gemeinsam mit Heather, was der Grund für sein Unglück ist.
In diesem 20minütigen Kurzfilm von Mat Kirkby geschieht nicht mehr, als dass zwei Menschen miteinander telefonieren. Sie reden eigentlich nicht viel und trotzdem steckt in diesem Dialog eine größere emotionale Kraft als in manchem abendfüllenden Spielfilm. Auch wer nicht englisch spricht, wird verstehen …
Der Film mit Sally Hawkins (Heather) und Jim Broadbent (Stan) hat gute Chancen auf eine Oscar-Nominierung in der Kurzfilm-Kategorie.

Filmseite

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STIX UND DAS KLEINE LEBEN

13. Oktober 2014 um 14:05 Uhr

Stix
Das ist Stix. Er lebt auf der Straße und tanzt den Leuten manchmal etwas vor. Das bringt ihm hier und da etwas Kleingeld ein, für das er sich wieder ein Fläschchen kaufen kann.
Stix ist ein Geschöpf des Puppenspielers Ricky Syers, der ihn an Fäden durch die Welt führt. So wie auch die alte Dame Doris oder den Fotografen Brandon, die er alle nach real existierenden New Yorkern erschaffen hat.

(via Kirsten Fuchs)

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