AB JETZT IST RUHE – BILDERBUCH 38


Foto: ADN (29. August 1989)

„Ein hoher Funktionär hielt eine Rede voller abgenutzter Worte, dann trugen sie die Orden meines Vaters auf roten Samtkissen zu seinem Grab und spielten den Trauermarsch, den sie immer spielten. Ich hatte diese Beerdigungen schon tausendmal im Fernsehen gesehen, doch die hier war anders. Klar, es war mein Vater, den sie zu Grabe trugen – doch das war es nicht. Irgendwie passte diese seltsame Zeremonie nicht mehr in diese Zeit. Das Land lag doch auch schon im Sterben, und die Band, die hier den Trauermarsch spielte, war ja vielleicht nur die Vorband für eine größere Beerdigung.“
(Weiterführende Lektüre: S. 357)


Kommentar von Thomas Brasch aus dem Dokumentarfilm
DAS WÜNSCHEN UND DAS FÜRCHTEN von Christoph Rüter (2011)


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Der Beitrag wurde am 30. Januar 2013 um 13:18 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Literatur, Meins gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.