GRAUSAME PÜPPCHEN


Das sind zwei niedliche Püppchen in einer grausamen Szene, die sich so tatsächlich zugetragen hat. 1938 demütigten deutsche und österreichische Nationalsozialisten die jüdische Bevölkerung von Wien unter anderem, indem sie sie mit Zahnbürsten die Straße reinigen ließen.
Die New Yorker Künstlerin Tine Kindermann hat diese Szene nachgestellt. Als Modell dienten ihr dafür die sogenannten Hummel-Puppen – kleine harmlose Keramikfiguren, die 1935 erstmals auf der Leipziger Messe vorgestellt wurden und sofort ein Riesenerfolg wurden. Dennoch wurden sie bald verboten, weil die „wasserköpfigen Wichtel und klumpfüßigen Dreckspatzen“ so gar nicht dem heroischen, arischen Ideal der Nationalsozialisten entsprachen. Entartete Kunst.
Tine Kindermann sagt: „Ich fand es einfach so pervers, dass Deutschland da dieses idyllische Bild von deutscher Kultur in die Welt verkaufte und gleichzeitig Konzentrationslager baute.“
Diese und weitere Szenen hat die Künstlerin für ihr „Hummel Midrash Project“ geschaffen. Midrash ist hebräisch und bedeutet „die Lücke ausfüllen“.

Übrigens macht Tine Kindermann noch andere tolle Kunst und hat sogar schon mal mit Iggy Pop zusammen gesungen!

Weiterführende Informationen:
Seite von Tine Kindermann
Wikipedia über Maria Innocentia Hummel (Schöpferin der Hummelfiguren)
Wikipedia über Midrasch
Wikipedia über Entartete Kunst


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Der Beitrag wurde am 20. Mai 2012 um 13:12 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Kunst gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.