MARWENCOL – DAS DORF DER PUPPEN


Das sind drei Frauen, die offenbar nichts Gutes im Schilde führen, oder vielleicht doch?
Subtile und verstörende „Puppenspiele“ wie diese kreiert Mark Hogancamp – das ist seine Art, ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Am 8. April 2000 wurde der Amerikaner vor einer Bar von fünf Männern fast totgeschlagen, nachdem er ihnen im Suff erzählt hatte, dass er gern Frauenkleider trage. Er erlitt schwere Kopfverletzungen, und als er nach neun Tagen aus dem Koma erwachte, hatte er einen großen Teil seines Gedächtnisses verloren. Mit achtunddreißig Jahren musste er wieder lernen zu essen, zu laufen und zu denken.
Nachdem Mark aus dem Krankenhaus entlassen wurde, begann er in seinem kleinen Garten ein fiktives belgisches Dorf zur Zeit des Zweiten Weltkrieges aufzubauen, im Maßstab 1:6. Er nannte den Ort MARWENCOL und bevölkerte ihn mit Puppen, für die seine Familie und seine Freunde Pate standen. Er inszenierte die Figuren in meist verstörenden Szenen, die er danach fotografierte. Ein New Yorker Galerist entdeckte die Fotos, und aus Marks selbsttherapeutischem Spiel wurde Kunst.
Ein preisgekrönter Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Mark Hogancamp, vielleicht ist er ja irgendwann auch hier zu sehen.

Weiterführende Lektüre:
Webseite von Mark Hogancamp und MARWENCOL
Englische Wikipedia über MARWENCOL
Artikel in der New York Times


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Der Beitrag wurde am 20. Januar 2012 um 20:36 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Kunst gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.